Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen
für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen
Auf dieser Seite möchte ich Ihnen persönliche Einblicke in mein Leben, meine Erfahrungen und meinen Weg im Umgang mit Depressionen geben.

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen persönliche Einblicke in mein Leben, meine Erfahrungen und meinen Weg im Umgang mit Depressionen geben.
Mit meinen Erfahrungen, persönlichen Aussagen und Erfolgen möchte ich Betroffenen und Angehörigen Mut machen, ihren eigenen Weg zurück in ein lebenswertes und selbstbestimmtes Leben finden zu können.

Dabei war dieser Weg keinesfalls immer einfach oder geradlinig. Es gab schwierige Zeiten, Rückschläge, viele persönliche Kämpfe und immer wieder Situationen, in denen ich kaum noch Hoffnung verspürte.

Doch gerade deshalb ist es mir wichtig zu zeigen, dass sich auch mit einer Depression vieles wieder verändern und verbessern kann — oft Schritt für Schritt und manchmal langsamer, als man es sich wünscht.

Heute bin ich dankbar für vieles, was ich auf diesem Weg lernen durfte und nun innerhalb meiner Selbsthilfearbeit an andere Betroffene und Angehörige weitergeben kann.

Wie ich zur Selbsthilfearbeit kam und was mich antreibt
Mit Erhalt der Diagnose „Depressionen“ im Jahr 2006 war ich zunächst völlig überfordert und konnte mit diesem Begriff anfangs kaum etwas anfangen.

Gleichzeitig bekamen viele der zuvor als „nicht mehr normal“ empfundenen Gefühle erstmals eine Erklärung — auch wenn sich ein wirkliches Verständnis für die Erkrankung erst deutlich später entwickelte.

Wie viele andere begann auch ich eine „Forschungsreise ins eigene Ich“, die Suche nach Ursachen, Gründen und nach einem Weg im Umgang mit der Erkrankung. Damals glaubte ich noch, Depressionen mit Willenskraft und „Zusammenreißen“ besiegen zu können.

Erst nach langer Zeit und vielen Fehlversuchen erkannte ich, dass ich nicht aussichtslos gegen die Erkrankung kämpfen, sondern lernen musste, mich mit ihr zu arrangieren.
Doch wie beginnt man damit — und woher nimmt man die Kraft dazu? Auf diese Fragen fand ich damals zunächst keine Antworten und fühlte mich oft verzweifelt und hilflos.

In dieser Zeit zeigte mir der Gott, an den ich glaube, Menschen, die ebenfalls an Depressionen litten. So lernte ich 2008 einen weiteren Betroffenen kennen und wir bemerkten schnell, wie sehr uns der gegenseitige Erfahrungsaustausch auf Augenhöhe half und voranbrachte.
Dabei wurde uns bewusst, wie viele Menschen — jede und jeder für sich — um Bewältigung kämpfen. Gleichzeitig erkannten wir auch die oft große Hilflosigkeit der Angehörigen.

Nachdem ich meine gerade erst begonnene Selbstständigkeit im Computerservice aufgrund depressionsbedingter, kognitiver Einschränkungen wieder aufgeben musste, fiel ich zunächst in ein tiefes persönliches Loch.

Um daraus wieder herauszufinden, entstand schließlich die Idee, eine Selbsthilfegruppe zu gründen, um sich mit anderen Betroffenen über individuelle Erfahrungen austauschen und sich gegenseitig unterstützen zu können.
Durch die Gruppe — aus der später ein Verein entstand — kamen auch wir selbst in unserer Krankheitsbewältigung weiter voran.

Ich erkannte dabei immer deutlicher, dass ich mit meinen eigenen Erfahrungen anderen Menschen helfen kann und übernahm schließlich die Leitung einer aus der späteren Vereinsauflösung hervorgegangenen, eigenständigen Selbsthilfegruppe.
Postkarte
Mein Glaube als Halt und Motivation
Als gläubiger Christ motivierte mich mein Glaube zusätzlich, für Menschen mit ähnlicher Krank-heitsbetroffenheit da zu sein.
In der Bibel fand ich hierzu den Vers: „Wer Gelegenheit hat, Gutes zu tun, und tut es trotzdem nicht, der wird vor Gott schuldig.“ (Jakobus 4,17 – Hoffnung für Alle).
Ebenso wichtig wurde mir der nebenstehende Vers einer Karte mit einem Zitat aus Jesaja 50,4, der mich innerhalb meiner Selbsthilfearbeit und meines persönlichen Weges ebenfalls sehr geprägt hat.
Ich erkannte darin meine persönliche Gelegenheit, Gutes zu tun und begann aus dieser Motivation heraus mein ehrenamtliches Engagement als Leiter einer Depressionsselbsthilfe-gruppe in Erfurt / Thüringen.

Und das bin ich
Foto von mir dem Webmaster dieser Homepage


Olaf Lindenlaub, ein an Depressionen erkrankter, hoch-sensibler, dankbarer Mensch, der sein Leben trotz vieler Schwierigkeiten wieder neu annehmen und gestalten lernen durfte. Dabei halfen mir besonders:

  • mein christlicher Glaube, an dem meine Frau und ich trotz aller Herausforderungen festhalten
  • die tiefe, verlässliche und liebevolle Unter-stützung meiner ebenfalls hochsensiblen und gläubigen Frau
  • die Menschen, denen ich innerhalb meiner Selbsthilfearbeit begegnen durfte und die mich so akzeptieren, wie ich bin
  • die Aufgabe des Gesprächsgruppenleiters und Webmasters dieser Internetpräsenz
  • der Austausch mit anderen Betroffenen und Angehörigen
  • sowie unsere „tierischen Therapeuten“, wie wir unsere Haustiere gerne nennen

Auch die für mich so lebensverändernde Magen- OP (am 16.07.2020 in Erfurt durchgeführt), die ich auf meiner 2. privaten Homepage: -► MeineMagenOP.de thematisiere, gehört zu meinem persönlichem Weg dazu.
Dadurch ergab sich eine völlig neue Lebensqualität und eine ganz neue Lebensperspektive.


Unsere "tierischen Therapeuten" - wie wir sie gerne bezeichnen, sind uns als unsere Haustiere Familienmit-glieder und Wegbegleiter geworden.
Sie schenken uns unzählige, wunderbare und ganz besondere Momente. Außerdem "zwingen" uns ihre tierischen Bedürfnisse zu einer gewissen Tagesstruktur.

Iihre "empathischen Fähigkeiten" sind menschlich unerreichbar und gerade in schwierigen Zeiten können ihre Ruhe, ihre Bedürfnislosigkeit und ihre ganz eigene Art der Nähe unglaublich wohltuend sein.

meine

Als ich die nebenstehende Postkarte bekam, wurde mir bewusst, dass - obwohl von vielen Freunden(?), der Gesellschaft und dem Arbeitsmarkt "aussortiert" - ich trotzdem noch zu etwas nützlich sein und eine wichtige und erfüllende Aufgabe im Leben finden kann.
Gerade innerhalb der Selbsthilfearbeit durfte ich erleben, dass eigene und oft schwierige Erfahrungen nicht nur Belastung sein müssen, sondern auch anderen Menschen helfen können 

Ich bin sehr dankbar dafür, trotz meiner gesundheitlichen Einschränkungen diese besondere Aufgabe ehrenamtlich ausüben und denen weiter helfen zu können, die sich ähnlich hilflos, allein oder unverstanden fühlen - so wie ich es selbst erlebt habe.

Bild: Der alte Brunnen

Der alte Brunnen

Der alte Brunnen spendet leise,
sein Wasser täglich gleicherweise
Wie segensreich ist doch solch Leben:
Nur immer geben, immer geben!

Mein Leben sollt dem Brunnen gleichen,
ich leb, um andern darzureichen.
Doch geben, geben alle Tage …
„Sag Brunnen wird’s dir nie zur Plage?“

Da sagt er mir als Jochgeselle*:
„Ich bin ja Brunnen nur, nicht Quelle!
Mir fließt es zu, ich geb nur weiter,
drum klingt mein Plätschern froh und heiter.“

Nun leb ich nach des Brunnens Weise,
zieh stille meine Segenskreise.
Was mir von Christo** fließt ins Leben,
das kann ich mühlos weitergeben.

A. Kleemann

* gemeint ist: "ein im Dienst stehender"
** lateinisch für Christus

Sicher fragt sich manche/r, wie ich trotz meiner gesundheitlichen Einschränkungen Gesprächsgruppenlei-ter einer Depressionssselbsthilfegruppe und Webmaster dieser Homepage - sein kann?

Woher nehme ich meine Kraft, Energie und mein Durch-haltevermögen kommt?

Die Antwort darauf fand ich / bekommen Sie im neben-stehenden Gedicht.
Es wurde mir zum Leitbild für meine Arbeit und es ist tatsächlich so, das ich "bekomme" was ich brauche und zutrifft:

"„Ich bin ja Brunnen nur, nicht Quelle!
Mir fließt es zu, ich geb nur weiter...
"

Das fühle ich immer wieder auch in meiner Selbsthilfe-arbeit.

Hier bin ich geachtet, respektiert, kann meine Er-fahrungen weiter geben und im Gegenzug von denen der anderen lernen.

Im vertrauensvollen Miteinander gewähren mir Menschen oft tiefe Einblicke in ihr Leben und ermöglichen mir, ihnen in ihren ganz besonderen induviduellen Leidens-situationen Hilfe anbieten zu können.

Obwohl das oft sehr viel Kraft kostet, fühle ich, wie mir diese Krast "zuströmt". Ich "werde befähigt", jede Woche die Verantwortung für die Gruppenabende zu über-nehmen, Einzel-/Beratungsgespräche anbieten und auch dazu, dem allen überhaupt kognitiv gewachsen sein zu können.

Halt und Zuversicht im Glauben
Sie wurden mir im Umgang mit der Erkrankung Depressionen und deren alltäglicher Bewältigung immer wichtiger und hilfreicher.
Ganz besonders in den Phasen tiefer Abstürze, wenn scheinbar „nichts mehr geht“ und sich Erschöpfung, Hoffnungslosigkeit und sehr dunkle Gedanken immer mehr ausbreitete, fühlte ich mich oft vollkommen allein und innerlich abgeschnitten — trotz der Liebe und Nähe meiner sehr verständnisvollen Frau. Doch auch sie konnte mir nicht in die Tiefen folgen, in die ich immer wieder abstürzte.

Für andere Menschen ist nur schwer nachvollziehbar, wie sich solche depressiven Abstürze anfühlen und wie tief sie einen Menschen innerlich hinabziehen können.
Doch gerade in diesen Momenten wurde mir mein Glaube zu einem Halt, den ich auf besondere Weise als Nähe, Trost und innere Begleitung erlebt habe.
Vielleicht sehen das manche Menschen ganz anders, aber für mich wurden diese persönlichen Erfahrungen zu etwas sehr Wertvollem und Tragendem und oft zum letzten Halt innerhalb meines Lebens.

Wie sich die Bibel äußert, will da Jemand bei uns sein, "alle Tage ... bis an der Welt Ende"! - auch in diesen tiefen Abstürzen in die vermeintliche Sinnlosigkeit des eigenen Lebens hinien.

Doch ist das nicht nur die verzweifelte Spinnerei eines psychisch völlig an seinem Ende angekommenen Menschen?
In Psalm 50, V. 15 heißt es: "... Rufet mich an in der Stunde der Not und ich werde Euch erretten"! - doch wer glaubt denn sowas?
Antwort: "Wer es erlebt hat!"


Für Außenstehende mag das schwer nachvollziehbar oder vielleicht sogar ungewöhnlich klingen. Für mich persönlich wurden diese Erfahrungen jedoch zu einem wichtigen Teil meines weiteren Weges.
Doch durch dieses Erleben entstand in mir immer mehr die Gewissheit, auch in den dunkelsten Phasen meines Lebens nicht allein zu sein.



Ich begann, mich auch in schweren Zeiten immer mehr auf diese innere Hoffnung und auf das Vertrauen auszurichten und in mir entstand immer mehr die Gewissheit, selbst in den schlimmsten Phasen meiner Erkrankung nicht mehr allein zu sein.


Was sich dadurch verändert hat
Durch diese Erfahrungen veränderte sich mein Umgang mit den depressiven Abstürzen nach und nach, obwohl die Depression  dadurch keineswegs einfach aus meinem Leben verschwand und es auch heute noch schwierige Phasen und belastende Tage gibt.

Doch die Angst vor diesen Abstürzen verlor zunehmend ihren früheren Schrecken.
Ich lernte immer mehr, die Signale meiner Psyche bewusster wahrzunehmen, Grenzen ernster zu nehmen und notwendige Veränderungen im eigenen Leben nicht mehr dauerhaft zu ignorieren.
Dadurch entstand Schritt für Schritt eine neue Form von Stabilität und ein deutlich bewussterer Umgang mit meinen Kräften, Möglichkeiten und Belastungsgrenzen.

Heute weiß ich, dass ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben trotz Depressionen möglich sein kann - auch wenn der Weg dorthin oft lang, anstrengend und von vielen kleinen Schritten geprägt ist.

Enttäuschungen, Beziehungen und was ich daraus gelernt habe
Viele von uns erleben im Laufe ihrer Erkrankung immer wieder Enttäuschungen, Rückzüge anderer Menschen und auch tiefe persönliche Verletzungen.
Manche langjährigen Freundschaften oder Beziehungen verändern sich plötzlich oder brechen sogar vollständig ab — oftmals ohne wirkliche Erklärung oder nachvollziehbaren Grund. Heute wird dafür häufig auch der Begriff Ghosting verwendet.
Dabei spielt aus meiner Sicht oft eine schwierige „Zwischenposition“ eine Rolle, da man für viele gesunde Menschen mit seinen Depressionen häufig „zu krank“ ist, während man für andere Betroffene manchmal scheinbar bereits wieder „zu stabil“ wirkt.

Nicht wenige Menschen setzen sich nur oberflächlich mit der Erkrankung Depressionen auseinander und reagieren deshalb mit Unverständnis, Rückzug oder verletzenden Aussagen.
Umgekehrt können selbst kleine Fortschritte, die man sich mit großer Kraft mühsam erarbeitet hat, bei anderen manchmal auch Neid oder Distanz auslösen.

Solche Erfahrungen haben meine Frau und mich persönlich sehr geprägt und unsere Sicht auf Beziehungen, Vertrauen und zwischenmenschliche Nähe deutlich verändert.
Jeder von uns musste lernen, besser auf sich selbst zu achten, Grenzen bewusster wahrzunehmen und sich emotional nicht mehr überall gleichermaßen zu öffnen.

Auch wenn diese Erkenntnisse oft schmerzhaft waren, gehören sie heute zu meinem persönlichen Weg und zu den Erfahrungen, aus denen ich viel gelernt habe.

Was solche und ähnliche Erfahrungen mit mir gemacht haben, habe ich mir in einigen sehr persönlichen Zeilen innerhalb des Beitrages: „Was mich nicht nur sehr ärgert, ...“ einmal von der Seele geschrieben.
Sie haben meine Sicht auf Beziehungen und zwischenmenschliche Nähe nachhaltig verändert — anders, als ich es mir früher jemals gewünscht hätte. Vieles davon musste ich jedoch als notwendigen Selbstschutz erst lernen.

Vielleicht auch deshalb — und angesichts unseres gemeinsamen Lebensalters — haben meine Frau und ich unseren Lebensmittelpunkt und unsere emotionale Nähe immer stärker auf unsere Tiere ausgerichtet.
Sie begegnen uns ohne Neid, Unehrlichkeit oder Hintergedanken, bleiben loyal und schenken uns eine Form von Nähe und Zuneigung, die das Herz wärmt, wenn es durch menschliche Enttäuschungen oft „kalt geworden“ ist.
Da wir gerade in zwischenmenschlichen Beziehungen immer wieder Verletzungen und Enttäuschungen erlebt haben, wurde uns im Laufe der Jahre bewusst, wie ehrlich, treu und verlässlich Tiere sein können.

Franz von Asissi* wird der folgende Spruch zugeschrieben:

Daß mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund ist mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

Dieser Spruch bedarf wohl kaum weiterer Worte.

*(1182 - 1226), eigentlich Giovanni Bernadone, katholischer Heiliger, Stifter des Franziskanerordens

Ein besonderes Statement eines „ganz großen“ Menschen, den sicherlich fast jede*r kennt, hat mich tief beeindruckt und sehr nachdenklich gemacht.
Die darin enthaltene Botschaft - der ich mich anschließe -  beschreibt für mich vieles von dem, was auch ich im Laufe meines Lebens und innerhalb meiner Selbsthilfearbeit erkannt und gelernt habe.
Ich finde, es sollte die Botschaft für und die Grundeinstellung jeden/s Menschen sein/ werden.
Deshalb möchte ich diesen Beitrag hier gerne mit Ihnen teilen.
Nehmen Sie sich etwas Zeit und hören Sie sich an, was dieser Mensch vielleicht auch Ihnen persönlich zu sagen hat:
(deutsch, Video 3:27 min)

Unsere „tierischen Therapeuten“
Eine große Freude und ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sind unsere Tiere geworden, die wir gerne liebevoll unsere „tierischen Therapeuten“ nennen.
Sie schenken uns nicht nur Nähe, Ruhe und viele schöne Momente, sondern bringen auch immer wieder Leben, Begegnungen und herzliche Gespräche mit anderen Menschen mit sich.

Besonders schön erleben wir das seit unserem Umzug nach Ostfriesland. Hier besuchen uns immer mal wieder Kinder aus der Nachbarschaft, interessieren sich für unsere Tiere und stellen neugierig viele Fragen.
Vor allem unsere Schildkröten sorgen dabei oft für große Begeisterung. Wenn sie möchten, dürfen die Kinder auch mal eine Schildkröte vorsichtig auf die Hand nehmen, sie streicheln und ganz aus der Nähe beobachten.
Das Staunen, die Neugier und die leuchtenden Augen der Kinder mitzuerleben, berührt uns immer wieder aufs Neue.

Aber auch unsere „Hundebande“ weckt viel Interesse. Beim Spazierengehen begegnen uns häufig interessierte und freundliche Menschen — besonders Kinder, die unsere Hunde aufmerksam, respektvoll und oft mit sichtbarer Freude beobachten.
Dabei entstehen immer wieder kleine, schöne Begegnungen und Gespräche, die uns viel Freude machen.

Gerade im Umgang mit Kindern erleben wir zudem einen schönen gegenseitigen Lerneffekt: Die Kinder lernen einen achtsamen, respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, während unsere Hunde gleichzeitig lernen, ruhig und gelassen auf kindliche Bewegungen, Stimmen und Begegnungen zu reagieren.

Unsere Tiere sind für uns längst weit mehr als nur Haustiere geworden.
Sie begleiten uns treu durch den Alltag, schenken Struktur, Nähe und oftmals genau die stillen Momente von Wärme und Verlässlichkeit, die im Leben so wichtig sind.
Im Folgenden möchte ich sie Ihnen deshalb etwas näher vorstellen:

unsere tierischen Wegbegleiter
Foto: Hund Abby

"Abby", war der verschmusteste Hund, den man sich nur vorstellen kann. Ihre Lebensinhalte waren: Futtern, Schmusen, Kuscheln und möglichst un-ablässig gestreichelt werden.
Leider mussten wir unser Abby- Mädchen von einer sehr schweren Erkrankung erlösen und schweren Herzens am 30.09.2024 von diesem wunderbaren Tier Abschied nehmen. Sie ist nach 13 gemeinsamen Jahren heimgegangen, aber ihr Platz in unserem Herzen wird für immer bleiben.
DANKE das wir Dich bei uns haben durften!

Foto: Hund Sally

"Sally" - unser kleines, schüchternes Hundemäd-chen retteten wir aus einer slowenischen Tötungs-station.
Sie ist sehr ruhig und unser "Schatten", egal wo wir hingehen.
Nach einer nicht ganz optimal verlaufen Knie- OP humpelte sie nur lange Zeit nur noch auf 3 Beinen.
Das gab sich aber auf wundersame Weise zeitgleich mit unserem Umzug komplett.
Auf dem Hundeplatz macht sie jetzt sogar mal eine kurzen Sprint und spielt wieder mit ihren beiden Hundegeschwistern

Foto: Hund Ronja als Welpe

"Ronja" - unser 3. liebes Hundekind - wurde am 28.04.2023 geboren.
Sie kam nach langen Überlegungen und guter Planung am 01.07.2023 zu uns in ihr neues zu Hause und zu ihren beiden neuen Hundegeschwistern.

Mit ihr kam - neben der verantwortungsvollen Aufga-be einer ordentlichen Erziehung - auch sehr viel Freude ins Haus.


Foto: Hund Finchen

"Fienchen" ist nun ein neues und weiteres Familien-mitglied geworden.
Sie half, den Schmerz um Abbys "Verlust" - der Ronja so depressiv werden lies - ein wenig aufzu-fangen.
Freilich kann und soll sie Abby nie ersetzen, aber sie half, die Leere in unserem und dem Leben ihrer Hundegeschwister Sally und Ronja zu füllen.

Obwohl sie manchmal noch etwas ängstlich ist, wird sie mit Hilfe der sie über alles liebenden Hunde-Adoptiv- Mutter Ronja immer sicherer.
Inzwischen hat Finchen schon viele süße Spitznamen bekommen, wie z.B.: "Brennstoffzelle" - "kleines kraftwerk.de" - "Unhund" - "Flitzeflink" - "Idefix" - "Frechwienix" - "Hummelchen" - uvm.

Foto: Hund Ronja mit Finchen

"Ronja" ist inzwischen kein Welpe mehr, sondern eine junge Adoptivmutti, die ihre neue Aufgabe ganz wunderbar meistert und sehr liebevoll, zärtlich und behutsam mit ihrem Adoptivkind umgeht.
Oft liegt die Kleine Finchen mitten auf Ronja drauf und ist wahrscheinlich der Meinung, ihre Ronja ist genau deswegen so warm und flauschig.
Wenn die beiden miteinander spielen, gibt Finchen laute "Kampfgeräusche" ab, die wir inzwischen mit "hummeln" benannt haben.
Ronja gibt weiter, was ihr Sally so wunderbar beigebracht hat und wir Menschen ihr nie hätten beibringen können - die einzigartige, tierische Kommunikation.
Die beiden sind ein absolutes "Dream- Team" geworden.

Foto: Katze Marnie

"Marnie" - unsere kleine „Mizilenz" und "Schokominze“ - war eigentlich eine Britisch- Kurzhaar, doch ihr Fellwachstum hat sich nicht an die Rassevorgaben gehalten und ist deutlich länger geworden.
Ihre ganz eigenwillige Art zu schmusen war sehr amüsant und damit bereicherte sie unser Leben sehr. Am 26.05.2026 musste wir von ihr Abschied nehmen. 

Foto: Kater Snoopy

"Snoopy" - unser eigenwilliger Maincoon- Mix- Kater, wurde meiner Frau vor etlichen Jahren bei einem Hausbesuch zur Übernahme mitgegeben.
Er war auf ganz besondere Weise mit meiner Frau verbunden und liebte "seine" Schildkröten, in deren Gehegen er regelmäßig seine Kontrollgänge machte.
Leider musste er uns kurz nach unserem Umzug für immer wegen einer plötzlichen, schweren Erkrankung verlassen. Aber in unseren Herzen wird er für immer bleiben.

Foto: unsere

Die "Schildbürger" - wie wir unsere Schildkröten liebevoll nennen - bereiten uns sehr viel Freude und in ihrer Beobachtung kann man dabei ganz wunderbar entspannen und herunterfahren.
Auch sie fanden - wie wir - hier in Ostfriesland ihr neues zu Hause.
Sie leben in unserem Vorgarten- Gehegen und sind ein Hingucker und interessantes Beobachtungs-objekt. Wenn wir - ggf. auch mit unseren Gästen - neben ihnen am Kaffeetisch sitzen, werden sie immer wieder sehr interessiert beobachtet.
Des Öfteren bekommen sie auch mal spontanen Besuch von interessierten Passanten, Nachbarn und vor allem von Kindern.
Sie dürfen auch mal eine Schildkröte auf die Hand nehmen und über ihren Panzer streichen. Dann sind Kinder wie auch Eltern immer wieder fasziniert von diesen kleinen, unscheinbaren Tieren.

Was uns unsere Tiere bedeuten
Im Laufe der Jahre sind unsere Tiere für uns weit mehr als nur Haustiere geworden. Sie gehören zu unserer Familie, begleiten uns durch gute und schwere Zeiten und sind fester Bestandteil unseres Lebens.

Wir erleben sie als treu, loyal, liebevoll und ehrlich zugewandt — Eigenschaften, die man im zwischenmenschlichen Bereich leider immer seltener erlebt.

Gerade deshalb empfinden wir unsere Tiere als ein ganz besonderes Geschenk, eine besondere Form von Wegbegleitern und „tierischen Therapeuten“, die uns auf ihre ganz eigene Weise ihre Liebe und Vertrauen ,Nähe, Ruhe, Trost und Verlässlichkeit schenken.
Sie begleiten uns durch die Höhen und Tiefen des Lebens und geben uns mit ihrer Art immer wieder Kraft, Freude und emotionale Wärme.
Deshalb werden wir — solange wir ihnen eine verantwortungsvolle und wirklich tiergerechte Haltung ermöglichen können — auch weiterhin mit Tieren leben. 
Tierhaltung als Hilfe bei Depressionen?
Vielleicht stellen sich manche Menschen die Frage, ob Tiere tatsächlich dabei helfen können, besser mit Depressionen oder anderen seelischen Belastungen umzugehen.

Eine einfache oder allgemeingültige Antwort darauf gibt es aus meiner Sicht jedoch nicht.

Tiere können viel Freude, Nähe, Struktur und emotionale Wärme schenken. Gleichzeitig bedeutet Tierhaltung aber auch Verantwortung, Zeitaufwand, Kosten und die Bereitschaft, das eigene Leben auch auf die Bedürfnisse des Tieres abzustimmen.
Dazu gehören unter anderem:
  • regelmäßige Versorgung,
  • Tierarztkosten - ggf. eine Tierversicherung
  • ggf. ein Tierhalterhaftpflicht- Versicherung
  • die Hundesteuer
  • bei einigen Bundesländern die kostenpflichtige Registerung im Hunderegister
  • Erziehung - u. a. auch die Kosten für eine Hundeschule (wichtig und richtig)
  • tägliche Bewegung, Geduld, Gefühl für das Tier
  • ausreichend Zeit,
  • eine "Hundepatenschaft" falls Sie mal Vertretung brauchen
  • andere und tiergerechte Urlaubsplanung
  • und eine dauerhaft verantwortungsvolle Betreuung.
Gerade bei Hunden kommen zusätzlich Themen wie die Hundeerziehung, sichere Leinenführigkeit, eventuell der Besuch einer Hundeschule oder auch ein je nach Hunderasse notwendiger Sachkundenachweis für Hundehalter hinzu.

Tierhaltung sollte deshalb niemals nur aus einem spontanen emotionalen Wunsch heraus erfolgen, sondern immer gut überlegt und realistisch eingeschätzt werden.
Bedenken Sie im Vorfeld all diese Faktoren und prüfen sie, ob ein Hund oder ein anderes Tier wirklich in Ihr Leben passt und sie bereit sind, Ihr Leben tiergerecht umzustellen, damit nicht auch Ihr Tier irgendwann wegen Überforderung im Tierheim landet.

Wer sich jedoch bewusst und verantwortungsvoll auf ein Tier einlässt, kann durch diese besondere Beziehung oftmals sehr viel Positives, Wärme, Struktur und emotionale Nähe erfahren.
Bilanz meiner Selbsthilfearbeit
Im 18. Jahr meiner Arbeit innerhalb der Depressionsselbsthilfe habe ich einmal bewusst Bilanz gezogen und mich gefragt, was mich auf diesem langen Weg eigentlich geprägt und begleitet hat.
Dabei wurde mir deutlich, wie sehr mich die Selbsthilfearbeit nicht nur gefordert, sondern auch persönlich verändert und bereichert hat.
Viele Erfahrungen, Begegnungen und auch schwierige Zeiten haben dazu beigetragen, mein Leben, meine Sichtweisen und meinen Umgang mit der Erkrankung neu zu verstehen und mich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Wer sich dafür interessiert, welche Gedanken und Erkenntnisse sich daraus für mich ergeben haben, kann dies (demnächst) in meiner Zwischenbilanz nach 18 Jahren Depressions-Selbsthilfearbeit gerne etwas ausführlicher und persönlicher nachlesen.
Wie es weitergeht
Auch nach vielen Jahren innerhalb der Depressionsselbsthilfearbeit stellte sich für mich irgendwann die Frage, ob und wie dieser Weg weitergehen soll.
Nach unserem Umzug nach Ostfriesland nahm ich mir deshalb bewusst Zeit, vieles zu über-denken, mich selbst ehrlich zu prüfen und gemeinsam mit meiner Frau darüber zu sprechen, ob ich erneut die Verantwortung für eine Selbsthilfegruppe übernehmen kann und möchte.
Schließlich entstand daraus erneut ein klares „Ja“ und es reifte Schritt für Schritt die Entscheidung, auch an unserem neuen Wohnort wieder eine Selbsthilfegruppe für Betroffene und Angehörige ins Leben zu rufen. Außerdem traf ich die Entscheidung, diese Homepage neu aufzubauen beziehungsweise weiterzuführen.
Weitere persönliche Gedanken, Erfahrungen und Texte
Im Laufe meiner Selbsthilfearbeit sind viele Gedanken, persönliche Erfahrungen, Gedichte und Texte entstanden, mit denen ich anderen Betroffenen und Angehörigen Mut machen, Hoffnung vermitteln oder einfach Denkanstöße weitergeben möchte.
Manche dieser Texte beschreiben sehr persönliche Erfahrungen, andere sollen Trost spenden, zum Nachdenken anregen oder dabei helfen, den eigenen Weg Schritt für Schritt weiter-zugehen.
Im Folgenden finden Sie (demnächst) deshalb einige weiterführende Beiträge, Gedichte und persönliche Gedanken, die mir im Laufe der Jahre besonders wichtig geworden sind:

  • -► Wie es weitergeht mit der Depressions-Selbsthilfearbeit
  • -► Der mühevolle Weg der kleinen Schritte
  • -► Gute Wünsche und mehr
  • -► Meine Biografie
Vielleicht finden auch Sie darin Gedanken oder Erfahrungen, die Sie auf Ihrem eigenen Weg ein Stück begleiten oder stärken können.
Die „schwarze Dame“ der Depression
Als ich 2006 erstmals die konkrete Diagnose „Depressionen“ erhielt, begann für mich ein Weg mit einem „Lebensbegleiter“, den ich nie haben wollte und der sich dennoch ungefragt in mein Leben gedrängt hatte.
Carl Gustav Jung — Schweizer Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie — formulierte dazu einmal die sehr nachdenkenswerten Worte:

Die Depression ist eine schwarze Dame.
Wenn sie an deine Tür klopft,
bitte sie an deinen Tisch und frage sie,
was sie dir zu sagen hat.


Dieser Gedanke wurde für mich erst im Laufe der Jahre immer bedeutsamer, denn es dauerte sehr lange,
  • die „schwarze Dame“ der Depression überhaupt an meinen Tisch zu bitten,
  • noch länger, sie zu fragen, was sie mir sagen möchte,
  • und länger als alles andere, ihre Sprache überhaupt verstehen zu lernen.
Anfangs erschien mir vieles in meinem Leben nur noch chaotisch, belastend und kaum noch kontrollierbar.
Ich musste erst lernen zu begreifen, dass diese Erkrankung nicht einfach „verschwindet“, nur weil man sich zusammenreißt oder dagegen ankämpft.
Irgendwann begann ich jedoch zu erkennen, dass ich nicht einfach wieder so leben konnte wie zuvor und dass oft umfassende Veränderungen notwendig waren — in meinem Denken, meinem Alltag, meinen Beziehungen und auch im Umgang mit meinen eigenen Kräften und Grenzen.

Das war kein leichter Weg. Doch gerade dadurch begann ich Schritt für Schritt, mich selbst und mein Leben neu kennenzulernen.
Mich selbst neu kennenlernen
Doch irgendwann begann ich zu begreifen, dass ich nicht einfach wieder — aber auch nicht unverändert weiter — so leben konnte wie bisher.

Mir wurde bewusst, dass ich mich der Herausforderung stellen musste, mich selbst in vieler Hinsicht noch einmal ganz neu kennenzulernen.

Klingt merkwürdig oder? Schließlich begleitet man sich selbst ja bereits ein ganzes Leben lang.
Trotzdem hatte diese Erkrankung vieles in mir verändert, auch wenn ich äußerlich derselbe Mensch geblieben war. Meine Gefühlswelt, meine Wahrnehmung und mein inneres Erleben fühlten sich plötzlich völlig anders und oft einfach nur noch chaotisch an.

Das war zunächst eine eher trostlose Erkenntnis — gleichzeitig aber auch die notwendige Grundlage dafür, überhaupt etwas verändern zu können.

Mir wurde immer deutlicher, dass Grenzen, Möglichkeiten, Belastungen und auch mein gesamter Lebensalltag neu betrachtet und teilweise völlig neu geordnet werden mussten.
Grenzen setzen und Beziehungen verändern
Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass ich auch viele Beziehungen und Erwartungen in meinem persönlichen Umfeld neu betrachten musste.
Manche Menschen kamen plötzlich nicht mehr damit zurecht, dass ich ihre Wünsche und Erwartungen:
  • Kannst Du mal ...?
  • Hast Du mal ...?
  • Machst Du mal ...?
nicht mehr so erfüllen konnte wie früher.
Vieles, was früher scheinbar selbstverständlich war, überforderte mich zunehmend oder war mit meinen Kräften einfach nicht mehr vereinbar.
Ich musste deshalb lernen, mit gutem Gewissen auch einmal „Nein“ zu sagen — nicht aus Ablehnung, sondern weil ich zu einem „Ja“ oft schlicht nicht mehr in der Lage war.

Diese Veränderungen wirkten sich zwangsläufig auch auf zwischenmenschliche Beziehungen aus und führten dazu, dass manche Kontakte enger und ehrlicher wurden, während andere nach und nach auseinander gingen.

Rückblickend hat diese Zeit vieles „ausgesiebt“ und mir gezeigt, welche Beziehungen wirklich tragfähig waren.
Lernen, der Depression zuzuhören
Mit diesen notwendigen Veränderungen — aber vor allem mit der Hilfe Gottes und der Unterstützung meiner lieben Frau — gelang es uns Schritt für Schritt, den Weg aus dem tiefsten Tal der Depression wieder herauszufinden.
Dabei begann ich langsam zu verstehen, was es bedeuten könnte, die „schwarze Dame“ der Depression tatsächlich „an meinen Tisch zu bitten“ und ihr zuzuhören.

Heute glaube ich, dass Depressionen oft auch eine sehr klare Sprache sprechen — besonders dann, wenn man gelernt hat, auf innere Warnsignale, Überforderungen und notwendige Veränderungen zu achten.
Je mehr ich begann, Begrenzungen und Belastungsgrenzen ernst zu nehmen und unser Leben bewusster zu verändern, desto mehr entwickelte sich Schritt für Schritt ein neues Lebensgefühl.

Es entstand kein „altes Leben wie früher“, sondern ein anderes, bewussteres und in vieler Hinsicht deutlich tieferes Leben.
Genau dadurch wurde es mir wieder möglich, glücklich zu werden und mein Leben trotz aller Einschränkungen als erfüllend zu empfinden.

Ein neues und bewussteres Leben
Wie dieses neue Leben ganz praktisch aussehen könnte, verstand ich anfangs selbst nur sehr langsam.
Erst durch den Austausch mit anderen Betroffenen begann ich zu erkennen, dass gerade die eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung auch zu einer Stärke und einem wichtigen Erfahrungsschatz werden können.
Dadurch entstand für mich Schritt für Schritt die Möglichkeit, mein eigenes Erleben und meine Erfahrungen innerhalb der Selbsthilfearbeit sinnvoll einzubringen und gleichzeitig auch selbst immer weiter von anderen Menschen dazuzulernen.

Die Tätigkeit innerhalb der Depressionsselbsthilfe veränderte dadurch auch meine Sicht auf die Erkrankung selbst grundlegend.

Trotz aller Schwierigkeiten brachte mir diese Erkrankung auch Begegnungen mit vielen besonderen Menschen, die durch eigene Krisen oft eine tiefere, bewusstere und menschlichere Sicht auf das Leben entwickelt hatten.

Gemeinsam mit meiner Frau begann ich deshalb, vieles im Alltag bewusster wahrzunehmen und unser Leben Schritt für Schritt ruhiger und entschleunigter zu gestalten.
Dazu gehörte auch, manche Gewohnheiten zu verändern, die uns dauerhaft eher belasteten als guttaten.
So bemerkten wir beispielsweise irgendwann, wie sehr uns der ständige Fernsehkonsum, das dauernde Umschalten und die permanente Reizüberflutung erschöpften — insbesondere auch im Zusammenhang mit unserer Hochsensibilität.
Deshalb entschieden wir uns bewusst dafür, das klassische Fernsehen weitgehend aus unserem Alltag zu entfernen und stattdessen gezielt gemeinsam ausgewählte Inhalte über das Internet anzusehen.
Dadurch entstand nicht nur mehr Ruhe, sondern auch deutlich mehr gemeinsame Zeit, mehr bewusste Gespräche und mehr Raum für die wirklich wichtigen Dinge im Leben.
Auch die Wahrnehmung für die Schönheit der Natur, für kleine Momente und für vieles scheinbar Selbstverständliche kehrte dadurch Schritt für Schritt wieder zurück.

Berufung, Selbsthilfearbeit und neue Lebensqualität
Die Aufgaben innerhalb meiner Selbsthilfearbeit geben meinem Leben heute wieder Sinn, Erfüllung und das Gefühl, trotz aller gesundheitlichen Einschränkungen eine wichtige und wertvolle Aufgabe gefunden zu haben.
Mit meinen eigenen Erfahrungen, meinem Wissen und dem, was ich innerhalb vieler Jahre Selbsthilfearbeit lernen durfte, kann ich heute anderen Betroffenen und Angehörigen unterstützend zur Seite stehen.
Dabei wurde mir immer deutlicher, dass gerade die eigenen Krisen und schwierigen Erfahrungen nicht nur Belastung sein müssen, sondern auch zu einem besonderen Erfahrungs- und Verständnisvermögen führen können.

Ein gerade erst gehörtes Zitat brachte diesen Gedanken für mich besonders treffend auf den Punkt:
Es gibt zwei wichtige Momente im Leben:
der, an dem du geboren wirst —
und der, an dem du herausfindest wofür.
(Mark Twain)

Ich glaube, meinen „zweiten Moment“ gefunden zu haben.

Heute empfinde ich die Selbsthilfearbeit nicht nur als Aufgabe, sondern als etwas, das meinem Leben trotz aller Schwierigkeiten eine neue Richtung, Sinnhaftigkeit und echte Erfüllung gegeben hat.
Eine interessantere und menschlich wertvollere Aufgabe kann ich mir persönlich kaum vorstellen — auch wenn sie manchmal anstrengend ist und immer wieder Kraft kostet.

Lasst Sie sich Mut machen
Genau dazu möchte ich Sie mit diesen Zeilen motivieren. Geben Sie sich nicht auf.
Warum sollten Sie nicht auch schaffen können, was ich selbst früher oft für unmöglich gehalten habe?

Der Weg zurück in ein wieder lebenswerteres und selbstbestimmteres Leben ist selten einfach oder geradlinig. Oft besteht er aus vielen kleinen Schritten, Rückschlägen, Geduldsproben und Zeiten, in denen man kaum noch Hoffnung verspürt.
Trotzdem kann genau dieser Weg Schritt für Schritt Veränderungen möglich machen.

Rückblickend hat sich für mich jeder einzelne Schritt gelohnt — selbst dann, wenn ich vieles erst viel später verstehen konnte.
Auch schwierige oder schmerzhafte Erfahrungen haben mir letztlich gezeigt,
  • wohin ein Weg nicht führt,
  • was mir nicht guttut
  • und welche Veränderungen notwendig waren.
Manche Türen schlossen sich dabei — andere öffneten sich neu.
Dieser Weg hat mir vieles abverlangt, mich gleichzeitig aber auch auf besondere Weise bereichert und verändert.
Er führte mich — trotz aller Schwierigkeiten — näher zu mir selbst, zu anderen Menschen, zu meiner Berufung und zu einem bewussteren Leben zurück.

Schlaflosigkeit und Gedankenkreisen
Viele Menschen mit Depressionen kennen Schlafprobleme, innere Unruhe und das ständige „Gedankenkarussell“, das sich besonders nachts kaum abschalten lässt.
Auch ich kenne solche schlaflosen oder schlafarmen Nächte nur zu gut.
In einer dieser Nächte setzte ich mich an den Computer und versuchte, meine Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen.
Daraus entstand das mein Gedicht: Schlaflos!
Vielleicht finden sich manche Betroffene darin ein wenig wieder oder entdecken darin Gedanken und Gefühle, die ihnen vertraut vorkommen.

Abschließende persönliche Gedanken
Auch wenn Depressionen das Leben oft tief erschüttern und verändern können, bedeutet diese Erkrankung nicht das Ende von Hoffnung, Lebensfreude oder einem erfüllten Leben.

Der Weg zurück verläuft selten schnell oder geradlinig — aber er ist möglich, besonders dann, wenn man beginnt, sich Hilfe zu öffnen und nicht völlig allein zu bleiben.

Gerade der Austausch mit anderen Betroffenen hat mir persönlich sehr geholfen, mich selbst besser zu verstehen, neue Perspektiven zu entwickeln, Schritt für Schritt wieder Hoffnung zu finden und den Weg zurück in eine wieder selbstbestimmtes und glückliches Leben zu finden.

Deshalb möchte ich Ihnen Mut machen, Ihren eigenen Weg nicht aufzugeben — selbst dann nicht, wenn im Moment vieles aussichtslos erscheint.
Niemand muss diesen Weg alleine gehen. Holen auch Sie sich Hilfe und Wegbegleitung.

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