Zahlen, Fakten, Publikationen im Zusammenhang mit der Erkrankung an Depressionen, die in ihrer Schwere und Häufigkeit zu den am meisten unterschätzten Erkrankungen unserer Zeit gehören!
Ärzte und Organisationen wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe weisen darauf hin, dass es sich bei der Depression um eine klinisch relevante Störung handelt, die nichts mit umgangssprachlich als Depression bezeichneten Stimmungstiefs, schlechter Laune oder vorübergehender Unlust zu tun hat.
Eine Depression ist – wie auch Ärzte und Organisationen wie die Stiftung Deutsche Depressionshilfe darauf hinweisen – eine klinisch relevante Störung.
Sie hat – wie oft umgangssprachlich als Stimmungstief, schlechter Laune oder vorübergehende Unlust bezeichneten - NICHTS zu tun hat.
Deshalb ist besonders wichtig, die Depression als Freud- und Antriebslosigkeit als „deprimiert“ oder „nicht gut drauf sein“ abzutun.
Denn dadurch wird leider all zu oft verhindert, dass Betroffene sich professionelle Hilfe suchen
Die Depression im medizinischen Sinne ist KEINE nachvollziehbaren Reaktionen auf aktuelle Enttäuschungen und Probleme, sondern Ausdruck einer behandlungsbedürftigen und erfolgreich behandelbarer Krankheit.
Allerdings können aktuelle Lebensereignisse (Arbeitslosigkeit, Trauerfall, Trennungen, Krankheiten usw.) Auslöser für depressive Episoden sein.
Irrglauben, Spekula-tion, Falschwissen, Stigmatisierung* *Menschen werden aufgrund bestimmter Merkmale/Eigen-schaften/Erkrankungen/Behin-derungen negativ bewertet und von der Gesellschaft ausgegrenzt werden. | Über 90% der Deutschen glauben, die Depression wird von Schicksals-schlägen und Stress verursacht. | 78% glauben, Anti-depressiva würden süch-tig machen | Fast jeder Fünfte denkt, dass die Depression ab-klingt, wenn man sich zusammenreißt und Schokolade isst. |
Die tatsächlichen Fakten | Depressionen haben im-mer auch biologische Ursachen | Antidepressiva machen nicht süchtig, sondern wirken geziehlt gegen die durch die Depression gestörten Funktionsab-läufe im Gehirn | Depressionen werden mit Psychotherapie und/oder Midikamentös behandelt |
Ich habe diese Übersicht extra für Sie zusammengestellt haben, weil sie deutliche Warnsignale aussendet, die aber leider seitens der Gesellschaft nicht verstanden, nicht ernst genommen oder teilweise sogar (noch immer!) ignoriert werden.
Einige wichtige Punkte aus den aktuellen Statistiken zu Depressionen:
- Prävalenz*: Mehr als 280 Millionen Menschen weltweit leiden an Depressionen
- Deutschland: In Deutschland wird die Zahl der Menschen mit Depressionen auf über 4 Millionen geschätzt.
- Altersabhängigkeit: Die Prävalenz von Depressionen nimmt mit dem Alter zu, wobei ältere Menschen häufiger betroffen sind als jüngere
- Geschlechtsunterschiede: Frauen sind häufiger von Depressionen betroffen als Männer
- Arbeitsunfähigkeit: Depressionen können zu erheblichen Fehlzeiten am Arbeitsplatz führen, insbesondere bei älteren Beschäftigten und Pflegekräften
- Kosten: Depressionen verursachen hohe Kosten für die Volkswirtschaft durch lange Ausfallzeiten und Behandlungskosten
- Psychotherapeutenverband: Der Deutsche Psychotherapeutenverband betrachtet Depressionen als Volkskrankheit, die häufiger vorkommt als Krebs.
*Die Prävalenz bezeichnet in der Epidemiologie die Häufigkeit des Auftretens einer Krankheit oder eines Merkmals in einer bestimmten Population zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie wird oft als Prozentsatz angegeben und gibt an, welcher Anteil der Bevölkerung von der Krankheit oder dem Merkmal betroffen ist.
Sehen Sie sich dazu auch das Deutschlanbarometer der "Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention" an. Link: -► Deutschlanbarometer (30 A4- Seiten)
Die Grafiken zeigen in eindrucksvollen Fakten, wie die Erkrankung an Depressionen im Jahresvergleich zunimmt, wie sie sich bei den Arbeitsunfähigkeiten auswirkt, wie es innerhalb der verschiedenen Altersgruppen aussieht, innerhalb welcher Berufsgruppen sie am meisten auftritt und das die Erkrankung an Depressionen immer mehr für Langzeit- Krankschreibungen verantwortlich ist.
Quelle: Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention
Wie sie an den obenstehenden Werten erkennen, haben Teile der Bevölkerung nicht nur wenig sondern gar keine Ahnung über die Ursachen einer Erkrankung an Depressionen.
Die Angaben: "Falsche Lebensführung" mit 54 Anteilen und "Charakterschwäche" mit 31 Anteilen sprechen hier eine deutliche, negative, verurteilende Sprache.
Überhaupt keine Ahnung beweisen diejenigen, die behaupten: "...die müssen sich einfach nur zusammenreisen" und "die sollen sich nicht so haben".
Ich versichere allen, die so einen geistigen Dünschiss labern - im Namen aller wirklich kranken Menschen und damit auch im Namen aller an Depressionen Erkrankten - das wir Alle das längst getan hätten, wenn darin auch nur die geringste Chance bestehen würde, das wir davon gesund werden könnten.
Niemand ist gerne ernsthaft krank und jeder - der die Möglichkeit dazu hat - würde nur allzu gerne wieder gesund werden.
Deswegen meine unmissverständliche Botschaft an alle Dummschätzer:
Sehen Sie im Folgenden selbst:
- -► Deutschland-Barometer Depression (Entwicklung seit 2017 - bis aktuell): Weniger Sozialkontakte und Gefühl tiefer Einsamkeit in der Depression
- -► Zu den häufigsten Erkrankungen zählen Angststörungen und affektive Störungen. Jährlich leidet mindestens jeder 6. deutsche Erwachsene an einer Angststörung und mindestens jeder 10. an einer affektiven* Störung
- -► An Depression erkrankt sind derzeit in Deutschland 5,3 Millionenen Erwachsene, davon sind (lt. Statistik 2023) 14,4% Frauen und 13,2% Männer. Frauen leiden etwa doppelt so häufig an Depression wie Männer.
- -► Insgesamt sind im Laufe eines Jahres 8,2 % der deutschen Bevölkerung erkrankt. Das entspricht 5,3 Mio. Bundesbürgern.
- -► 2015 starben mehr Menschen durch Suizid (10.080) als durch Drogen.
- -► Die Mehrheit der Suizide erfolgt vor dem Hintergrund einer unzureichend behandelten Depression. Täglich nehmen sich durchschnittlich 28 Menschen das Leben.
- aktuell leiden 67% aller Deutschen an: "FOGO" (Fear of going out), was soviel bedeutet wie die "Angst heraus zu gehen", was die Zeit der Coronapandemie massiv mitverursacht / bedingt hat.
*Affektive Störungen sind psychische Gesundheitsstörungen, bei denen emotionale Störungen in Form übermäßiger Trauer (Depression) oder Hochstimmung (Manie) über lange Zeit bestehen bleiben. Depression und Manie spiegeln die beiden gegensätzlichen Pole der affektiven Störung wider.
Überhaupt keine Ahnung beweisen diejenigen, die behaupten: "...die müssen sich einfach nur zusammenreisen" und "die sollen sich nicht so haben".
Die Betroffenen selbst sehen oft folgende Gründe für Ihren Zusammen-bruch:
- vor allen werden berufliche Gründe genannt, deren Ursachen in der immer komplexer werdenden Arbeit, die auf immer weniger Schultern verteilt wird, in Arbeitsversdichtung und Digitalisierung liegt
- auch das "sich allein gelassen fühlen", zum "Einzelkämpfer" gezwungen zu werden"
- mangelnde Möglichkeiten des Austausches durch schlechte, wenige oder nicht tragfähige soziale Beziehungen, keine wirklichen Freundschaften
- deutlichen Freundschaftsverlust - das "Fallengelassen werden"
- mangelnde Möglichkeiten zum "Ausstieg" ohne die Sorge um finanzielle-, persönliche-, soziale-, berufliche-, menschliche- und Beziehungs- Konsequenzen haben zu müssen
- Überforderung in dem, "was man noch tun-" und "was man noch schaffen sollte"
- gesellschaftliche Zwängen, d.h. immer einsatzfähig, ständig und überall erreichbar und "immer gut drauf" sein zu müssen
- das Leben auf der "Überholspur", immer höher, schneller, weiter, besser, erfolgreicher und als der Andere, der materielle Wettbewerb
- private / persönliche Ursachen und Schicksalsschläge, wie z.B. Arbeitslosigkeit, Zerbruch einer Beziehung / Partnerschaft / Freundschaft, schwere Erkrankungen und Suchtproblematiken, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder eines geliebten Tieres
Als die effektivsten Methoden zum Umgang mit Depressionen gelten:
- Das man sich darauf einlässt ist mit Abstand das Wichtigste. Das man sagt: „Okay, ich bin krank! Irgend jemand muss mir helfen“!
- Therapie
- Bewegung
- eine gut eingestellte Medikation
- ein Wechsel im Job und eine intensive Therapie können u. a. auch den Lebensmut zurückgeben
- der Besuch einer Selbsthilfegruppe um unter "Gleichbetroffenen" zu sein und zu begreifen, das man mit der Erkrankung keinesfalls ein Exot ist, sondern damit zu den Millionen an Depressionen Erkrankter weltweit gehört.
Anmerkung und Ergänzung von mir als Webmaster, Selbsthilfe- Erfahrener und Gesprächsgruppenleiter*:
- Der Kontakt mit "Gleichbetroffenen" in einer Selbsthilfegruppe, ein vertrauliches Erstgespräch und in Folge der Besuch in der Gruppe sind oft die einzige, zeitnah verfügbare und damit "1. Hilfe".
- Oft stellt der Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe den "ersten Lichtblick" - dar
- Darin besteht leider oft der einzige, zeitnah mögliche Ausweg ist, nicht von der Erkrankung überwältigt zu werden, sondern zu lernen, wie man mit ihr klarkommen kann.
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