Ein oft unerkanntes Geschehen, das uns nach belastenden Lebensereignis-sen depressiv verstimmt werden oder an Depressionen erkranken lässt.
Eine Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf belastende Lebensereignisse, die nicht ausreichend verarbeitet werden können.
Sie äußert sich z. B. durch emotionale Belastung oder Probleme im sozialen Umgang und kann Alltag, Beziehungen und Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen.
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Psychotherapie & Coaching - Lukas Rick
Manchmal gelingt das jedoch nicht ausreichend, weil der Verstand die Situation zwar erfasst, die Gefühle aber noch nicht nachkommen.
Dadurch kann ein inneres Ungleichgewicht entstehen – oft verbunden mit widersprüchlichen Gefühlen.
Diese innere Zerrissenheit kann stark belasten und eine Anpassungsstörung begünstigen oder begleiten.
In ungünstigen Fällen können daraus auch depressive Verstimmungen oder längerfristig Depressionen entstehen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass unsere Gefühlswelt Zeit braucht, um nach Veränderungen anzukommen und wieder Fuß zu fassen. Solche Veränderungen können zum Beispiel sein:
- Umzüge, größere Renovierungen und Umbauten
- familiäre Veränderungen: Partner- und Freundschaften, Eheschließungen, Trennungen, Geburten, …
- berufliche Veränderungen, wie Tätigkeits- oder Arbeitgeberwechsel, veränderte Verant-wortungen, Arbeitslosigkeit oder grundlegende Veränderungen der eigenen Tätigkeit)
- soziale Veränderungen durch neue Bekanntschaften, Nachbarschaften, …
- gesundheitliche Veränderungen, Krankheitseinschränkungen, Behinderungen, körper-liche / psychische Defizite, …
All das sind Lebensereignisse, auf die wir uns immer wieder neu einstellen müssen.
Wie in vielen anderen Situationen auch, können wir dabei selbst einiges für uns tun – bevor wir an professionelle Hilfe denken.
- sich Zeit lassen, um wirklich in der neuen Lebenssituation anzukommen
- uns bewusst machen, dass bereits viele Veränderungen erfolgreich gemeistert wurden
- Vorteile, Notwendigkeiten oder Gegebenheiten erkennen und Unabänderliches akzeptieren
- wenn wir uns daran erinnern, dass die dafür notwendigen Fähigkeiten in uns vorhanden sind
- zu begreifen, dass wir sowohl jetzt als auch künftig mit solchen Veränderungen umgehen können
- das Gespräch mit einer Vertrauensperson zu suchen, kann ebenfalls sehr hilfreich sein
Auch wenn uns diese Ansätze helfen können, gelingt uns das nicht immer.
Dann ist es wichtig, nicht in Panik zu geraten. Entscheidend ist, diese Wahrnehmung bewusst zu erkennen und – wenn möglich – mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen. So kann sich die eigene Gefühlswelt nach und nach wieder mit dem Verstand in Einklang bringen.
Hilfreich ist es auch, nicht zu pauschalisieren, negative Gedanken nicht „groß werden zu lassen“ und den Bezug zur Realität im Blick zu behalten.
Sich selbst nicht aufzugeben und die eigenen Kräfte wieder zu aktivieren, ist dabei besonders wichtig.
Wenn das nicht gelingt und sich eine Abwärtsspirale aus zunehmend belastenden und an-haltend schlechter werdenden Stimmungen entwickelt, lohnt es sich, genauer hinzuschauen und Unterstützung in Betracht zu ziehen.
Entscheidend bleibt die eigene Haltung: die Überzeugung, dass Veränderung möglich ist – und die Bereitschaft, selbst daran mitzuwirken, ob mit professioneller, alternativer oder persönlicher Unterstützung.
Wichtig ist, sich selbst Zeit zu geben, die eigenen Gefühle ernst zu nehmen und keinen zu-sätzlichen Druck aufzubauen.
Auch wenn es nicht immer sofort gelingt, mit neuen Situationen zurechtzukommen, können wir vieles selbst dazu beitragen, wieder ins Gleichgewicht zu finden.
Wenn das nicht ausreicht, ist es ebenso wichtig zu erkennen, wann Unterstützung sinnvoll und notwendig ist.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich auch eine Anpassungsstörung – wie nach meinem Umzug – auf diesem Weg bewältigen lässt.
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