Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen
für an Depressionen erkrankte Menschen und ihre Angehörigen

Auf der Seite "Archiv" möchten ich einiges erhalten, was mir innerhalb meiner Selbsthilfearbeit (seit 2008) wichtig geworden ist.

Diese Seite fasst zusammen, was sich in mein Denken eingegraben und bleibende Spuren in mir hinterlassen hat. Damit wird auch ein Stück meiner Lebens- und Gruppengeschichte sicht- und nachvollziehbar, in der ich persönlich gewachsen und gereift bin.
Aus aktuellem Anlass - mein 18. Selbsthilfe- Jahrestag (2026)
Am 19.01.2008 wurde ich erstmals in der Selbsthilfe aktiv und zum Mitbegründer der 1. Depressionsselbsthilfegruppe im Landkreis Erfurt.
Seitdem gab es so viele Einzel- und Beratungsgespräche, Hausbesuche, Gruppen-treffen, Events, Veranstaltungen und Ereignisse - das ich sie längst nicht mehr alle aufzählen und mich detailliert daran erinnern kann.
Daraus geblieben ist der so unermessliche Reichtum an Erfahrungswissen, was ich in all den Jahren Selbsthilfearbeit und durch eigene Betroffenheit ansammeln durfte und nun an andere Betroffene und Angehörige weitergeben kann.
Ich bin dankbar, das ich in all den Jahren  - bis auf wenige Ausnahmen - regelmäßig, wöchentlich "meine" Selbsthilfegruppe leiten und mich mit "meinen Leutchen" treffen konnte - obwohl ich unzählige Male dachte, heute schaffe ich es nicht.
Doch mein christlicher Glaube half mir in solchen Situationen ganz besonders, mich nicht entmutigen zu lassen.
Zwei Versteile aus der Bibel inspirierten mich in solch schwachen Momenten ganz besonders:
In Psalm 18 Vers 30 und auch im 2. Buch Samuel 22 Vers 30 (Lutherbibel) heißt es u.a. "... und mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.
Das gab mir gerade in solchen Momenten immer wieder die Kraft, die vor mir stehende "Mauer" zu überwinden, die Verantwortung trotzdem immer wieder neu zu übernehmen und auch alle auftretenden Schwierigkeiten meistern zu können.
Ich wünsche mir sehr, dass ich diese so erfüllende Selbsthilfearbeit noch lange weiterführen und so Betroffenen und Angehörigen helfen kann.
03.09.2025 - Neugründung der Selbsthilfegruppe: "Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen"
In den Räumlichkeiten der historischen Schmiede "Striek" bezogen wir mit Gründung unser neues Quartier und treffens uns nun regelmäßig wöchentlich, mittwochs um 18:00 Uhr zu unseren Gruppengesprächsabenden.
Hier finden Sie den Link zum Zeitzungsartikel in der Ostfriesenzeitung vom 31.07.2025, indem über die Neugründung und mich berichtet wird:

-► Selbsthilfegruppe in Großefehn
Trotz Depression ein glückliches Leben

Die Gesprächsrunden in denen wir uns über Möglichkeiten des besseren Umgangs mit - vor allem aber zu Bewältigungsstrategien der Erkrankung an Depressionen austauschen - dauern etwa 2 Stunden. Neben dem Austausch gibt es aber immer wieder auch etwas Schönes, z.B. Fortschritte zu feiern und in  gemeinsamen Veranstaltungen und Events unser Miteinander zu festigen und zu vertiefen.

Wir sind angekommen - im doppelten Wortsinn
Mit unserem Umzug im April 2025 von Thüringen nach Ostfriesland haben wir in übermenschlichen Anstrengungen unseren  eigenverantwortlichen Umzuges bewältigt.
Oft waren wir bis an die Grenzen unserer Kräfte oder auch darüber hinaus gefordert und unsere Psyche wedelte kapitulierend mit der weißen Fahne.
Doch der Verkauf unseres Hauses war vollzogen und der Auszugstermin stand fest, weshalb es keinen Aufschub und kein Zurück mehr gab.
Mit 2 Transporterfahrten (die meine Frau ganz alleine bewältigte) einigen Fahrten mit unseren, kleinen Pkw und der letzten Fahrt mit dem 7,5tonner Lkw brachten wir unseren Haustand, uns und unsere Tiere (3 Hunde, 2 Katzen und einige Schildkröten) in unsere neue Heimat Ostfriesland.
Hier wurden wir von sehr freundlichen Nachbarn gleich "per Du" begrüßt und freundlich in die Nachbarschaftrsgemeinschaft aufgenommen.
Aber auch insgesamt begenete uns hier eine deutlich andere Mentalität als in Thüringen. Gelassenere, zufriedenere, freundlichere und offenere Menschen, mit denen man wirklich sehr gut klarkommt.
Inzwischen fühlen wir uns hier angekommen und zu Hause, wenn es auch noch deutlich bei der Orientierung "klemmt" (vor allem bei mir), doch das wird immer besser.
Auch der noch nicht ganz ausgepackte Umzugskartonberg "schmilzt" langsam dahin.
WICHTIG ist und bleibt, dass wir vor allem die psychischen Signale beachten und uns nicht selbst in Überforderung bringen.
Freilich belastet uns die noch nicht wieder grundsätzlich hergestellte Ordnung aller Dinge, das "Suchen" in noch nicht komplett neu eingerichteten Ordnungssystemen, aber wir haben den Rest unseres Lebens Zeit und können all die anfallenden Aufgaben immer wieder - je nach Tagesform - erledigen oder auch auf den Folgetag verschieben.
So gelingt uns der Lebensalltag im neuen zu Hause. Wir fühlen uns wohl und sind sehr glücklich hier und wirklich angekommen und zu Hause.
Deshalb bleiben wir dabei und bestätigen:

Ostfriesland Heel wat Besünneres

19.01.2024 - 14 Jahre SHG Lebensumwege-Erfurt

Nachdem wir in 2023 ein sehr anstrengendes, turbulentes und von verschiedenen Schwierigkei-ten durchzogenes Gruppenjahr erlebten, begannen wir das neue Jahr mit grundlegenden Umstrukturierungen, setzten Gruppentreffen bis auf Weiteres aus, vergaben Termine zu Einzelgesprächen für Gruppenmitglieder oder aber auch Neue, die Kontakt zu uns aufgenommen hatten.

Einige Gruppenmitglieder fanden in den mit der Umstrukturierung angebotenen Einzel-gesprächsmöglichkeiten eine notwendige Weiterbegleitung ihres Weges, andere fühlten sich in vielen Jahren ihrer Mitgliedschaft so stabilisiert, das sie sich aus der Gruppenmitgliedschaft verabschiedeten.

Zwischenduch stattfindende, gemeinsame (auch mit anderen SHG) wahrgenommene Gruppenevents ermöglichen erste Begegnungen und ein Kennen Lernen in etwas anderer Form als in der sonst üblichen Zusammenkunft im Gruppengesprächsabend.

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10.10.2022 - Preisverleihung anlässlich des 4. Thüringer Selbsthilfepreises

Thüringer Selbsthilfepreis 2022

Am 10.10.2022 wurde der Arbeit unserer Selbsthilfe-gruppe anlässlich der Veranstaltung zur Verleihung des 4. Thüringer Selbsthilfepreises eine besondere Würdi-gung zuteil, indem wir mit dem Thüringer Selbsthilfe-preis ausgezeichnet wurden.
Neben vielen anderen Selbsthilfeaktiven aus Thüringen – die teilweise als Gruppen aber auch als Einzelpersonen gewürdigt wurden – durften wir uns als SHG Lebensumwege-Erfurt mit in die Kette der Preisträger einreihen.
Die Preisverleihung stand auch in diesem Jahr wieder unter der Schirmherrschaft von Fr. Gesundheits-ministerin: Heike Werner und wurde erneut vom Verband der Ersatzkassen – Vertreten durch den Vorsitzenden: Herrn Dr. Armin Findeklee – veranstaltet.
Die Einzel- und Gruppenpreisträger wurden jeweils durch eine Laudatio des jeweiligen Festredners vorgestellt, gewürdigt und auch die Preisurkunde überreicht.
In den Dankesreden der Preisträger wurde immer wieder betont, dass die Selbsthilfe in Thüringen einen hohen Stellenwert hat, was auch die Ministerin Fr. Werner und Hr. Dr. Findeklee nachdrücklich bestätigten. Sie stellten heraus, das die medizinische Grundversorgung ohne die so wertvolle Arbeit der Selbsthilfe in allen Bereichen nicht mehr auskommen würde.
Wir werden – nicht aufgrund der Preisverleihung sondern weiterhin aus Überzeugung und Notwendigkeit – unsere Selbsthilfearbeit fortführen und somit unseren Beitrag dazu leisten, das Betroffene mit einer Erkrankung an Depressionen und auch deren Angehörige, in uns Ansprechpartner und ggf. auch Wegbegleiter finden, die ihnen mit Erfahrungskompetenz und Einfühlungsvermögen hilfreich zur Seite stehen.
Unser Dank gilt den Verantwortlichen für diese Preisverleihung, die dadurch anschaulich würdigt, anerkennt und wertschätzt, was Selbsthilfe in Thüringen leistet.

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19.01.2022 - 12 Jahre Lebensumwege in Erfurt
Vor nunmehr 12 Jahren nahm die 3. Niederlassung des damaligen Vereins: Lebensumwege e.V. am Standort Erfurt ihre Arbeit auf.
Nach dem erfolgreichen Start unserer Selbsthilfearbeit 2008 bewies sich, dass der Bedarf nach einer Depressionsselbsthilfeorganisation auch in Erfurt sehr groß war und auch hier die Gründung einer Niederlassung erforderlich wurde.
Inzwischen blicken wir in Erfurt – nach Vereinsauflösung und unserer Neugründung 2014 als autarke Selbsthilfegruppe – auf 12 Jahre erfolgreicher Depressionsselbsthilfearbeit zurück, in der es gelungen ist, viele ausweglos erscheinende, persönliche Situationen deutlich verbessern zu können.
Dazu gehören auch:
  • Suizide vermeiden zu können
  • Mitglieder wenn möglich zurück in ein berufliches Umfeld zu begleiten
  • Partnerschaften retten zu können, die zu zerbrechen drohten
  • innerfamiliäre Belastungen durch die Betroffenheit mit der Erkrankung zu erleichtern
  • dabei zu helfen, Lebensumstände neu ordnen und verändern zu können
  • krankheitsbedingten sozialen Rückzug aufzufangen
  • neue Kontakte zwischen Gruppenmitgliedern knüpfen zu können
  • aus sozialer und krankheitsbedingte Einsamkeit wieder herauszufinden
  • das eigene Leben wieder selbst aktiv in die Hände zu nehmen
  • sich auch den Angehörigen zu widmen und sie in ihren Nöten nicht allein zu lassen
  • mit einer Internetpräsenz umfassend zu informieren, aufzuklären zu entstigmatisieren
  • und Vieles, Vieles mehr …
In enger Verbundenheit miteinander überstanden wir die Coronapandemie mit ihren Auflagen, Einschränkungen, Treff- Verboten, zaghaften Wiedereröffnungen und auch die große Hürde, nach Kostenerhöhung durch den bisherigen Quartiersgeber eine neue, bezahlbare Gruppenheimat finden zu können.

Wir möchten unser Miteinander nicht missen, das längst nicht nur von Gruppengesprächen geprägt ist. Umfassender Bestandteil sind auch immer wieder Referentenbesuche, die wir uns zu Themenbereichen einladen, auf die wir innerhalb unserer Gesprächsrunden stoßen, um uns mit ihrer Hilfe dazu weiter und umfassender zu informieren.

Das sind längst nicht nur Depressionsthematiken, die durch Einladungen einer Dipl. Psychologin und homöopathischen Psychotherapeutin besprochen werden.
Auch die Themen Seelsorge und Lebensberatung spielen eine wichtige Rolle, ebenso wie die „Kriegsenkelthematik", Gruppenabende zu „Gewaltfreier Kommunikation“, die Besuche von Organisationen wie „RehaAktiv“, AGATHE, MzV (Mut zu Veränderung), APP (Ambulant psychiatrischer Pflegedienst), der Leiterin der KISS (Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe Erfurt), der „Psychiatrie- und Suchtkoordinatorin“ von Erfurt und vielen anderen.

Natürlich muss es auch immer wieder schöne Momente geben, in denen wir miteinander feiern, uns „etwas gönnen“.
So bereichern wir unser Gruppenleben diesbezüglich mit festen Highlights, wie z.B. den Besuch des Kerzencafes, der Einladung einer „Pralinenwerkstatt“, einem Sommerfest, Bowlingabenden oder auch mal ganz banal mit gemeinsamen Eisessen.

Dazu kommen immer wieder auch kleine Feierlichkeiten zu Geburtstagen oder Jubiläen und leider auch „Verabschiedungen“, wenn Mitglieder es geschafft haben, sich wieder auf eigene Beine zu stellen und die Gruppenmitgliedschaft verlassen.
Dabei sind die Gefühle ambivalent, freut man sich doch mit, dass sie es „geschafft haben“, vermisst sie dann aber als aktive Mitglieder im Gruppengeschehen.
Viele ausscheidende Gruppenmitglieder möchten aber weiterhin mit der Gruppe verbunden bleiben und wählen den Übergang in die kostenfreie Ehrenmitgliedschaft, der ihnen ermöglicht, an allen offenen Gruppenveranstaltungen teilnehmen zu können.
So zeigen sie denen, die in der Gruppe noch auf dem Weg sind, dass man diesen auch erfolgreich beschreiten und sich irgendwann stabilisiert wieder von der Gruppe lösen kann.

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Ukrainische Flagge

Auch mir liegt die Solidarität mit dem ukrainischen Volk weiterhin sehr am Herzen.
Selbst wenn Menschen in vielen anderen Ländern die Wirkungen der Sanktionen zu spüren bekommen, ist es doch - angesichts dessen, was die Menschen im Kriegsgebiet und die vielen Flüchtlinge erleiden müssen - völlig unangemessen, sich darüber zu beklagen.
Wer dies dennoch tut, sollte sich mal in die Situation der Frauen und Kinder versetzen, die nicht wissen, ob sie ihren Mann / Vater je wiedersehen werden und  - wenn doch - wie er aus diesem Krieg wiederkommen wird.
Denkt dabei auch daran, was die Menschen erleiden müssen, die nicht flüchten können, um die herum Bomben einschlagen, Schüsse fallen, Sirenen heulen, Gebäude einstürzen, Menschen sterben, die jetzt in Schutzräumen leben und ausharren, die um ihr Überleben kämpfen müssen, für ihr Land und die Freiheit ihr Leben geben.

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