Die Entwicklung unserer Selbsthilfearbeit
Wie aus ersten Gedanken gemeinsame Schritte wurden – und aus einem Ich ein Wir
Es war eher das Gefühl: So wie es ist, kann es nicht bleiben.
Nach der Diagnose kamen Fassungslosigkeit und Verzweiflung – und der Weg durch Klinik und Reha.Doch was kommt danach, wenn der Alltag wieder da ist und man irgendwie damit zurechtkommen muss?
Wie geht es jetzt weiter?
Wie kommt man damit zurecht? Mit wem kann man darüber sprechen? Wem geht es ähnlich?
Wo und wie beginnt ein Weg, den man weder kennt noch weiß, wie man ihn bewältigen soll?
Es musste doch auch andere Betroffene geben, die ähnliche Fragen hatten, ähnliche Erfahrungen gemacht haben – und ebenfalls den Austausch suchten.
Der erste Schritt war kein großer Plan. Er begann damit, dass sich ein zweiter Betroffener fand.
Wir kamen ins Gespräch – und aus einem Ich wurde ein Wir und es dauerte nicht lange, da kam ein dritter dazu.
Aus ersten Gesprächen wurden Überlegungen, sich als Selbsthilfegruppe zusammenzufinden und schon kurz darauf kam es in einem kleinen, fast feierlichen Rahmen zum ersten und Gründungstreffen.
Dieses erste Treffen verlief anders als erwartet – und genau darin lag vielleicht schon der Anfang von etwas Besonderem.
Denn von Anfang an wurde deutlich: Keiner will eine Jammergruppe, in der weder ein Verstehen, noch ein Angenommensein, noch eine echte Auseinandersetzung oder Bewältigung gelingen kann.
Humor darf – auch vor dem oft sehr ernsten Hintergrund dieser Betroffenheit – nicht fehlen.
Im Gegenteil: Er gehört unbedingt dazu.
Nur in einer ausgewogenen Mischung aus ernsten Gesprächen, gemeinsamen Erfahrungen und auch Momenten des Lächelns, Schmunzelns oder Lachens kann Selbsthilfe wirklich gelingen.
Genau bei diesem ersten Treffen tauchte plötzlich etwas auf, womit niemand gerechnet hatte: "eine ganz besondere Bewerbung“, die bis heute in der Selbsthilfearbeit weiterlebt, immer wieder in passenden Zusammenhängen erzählt und später sogar auf ganz eigene, fast schon traditionelle Weise weitergeführt wurde.
Über all die Jahre hinweg fand dieses besondere Ereignis dabei immer wieder neue Ausdrucksformen – bis hin zu einer augenzwinkernden, poetischen „Nachbearbeitung“, die den ursprünglichen Moment auf ganz eigene Weise neu erzählt- Die Geschichte zum ersten Treffen mit einer "ganz besonderen Bewerbung".
Die Entwicklung unserer Selbsthilfearbeit lässt sich an einigen wichtigen Stationen nachvollziehen:
19.01.2008 | Gründungstag der Selbsthilfegruppe |
21.01.2008 | 1. Gruppentreffen der neuen Gruppe |
20.01.2010 | Eröffnung des 2. Standortes von Lebensumwege e.V. in Weimar |
18.05.2010 | Eröffnung des 3. Vereins-Standortes in Apolda |
11.08.2010 | Gründung des Vereines Lebensumwege e.V. Eröffnung des 4. Vereinsstandortes in Erfurt |
28.09.2010 | Eröffnung der 5. Niederlassung in Bad Frankenhausen |
31.12.2013 | Auflösung des Vereins "Lebensumwege e.V." und Überlassung aller bisherigen Vereins- Niederlassungen in autarke Selbsthilfegruppen |
02.01.2014 | Neugründung Lebensumwege SHG- Erfurt |
01.02.2014 | Etablierung einer eigenen Homepage: "www.Lebensumwege-Erfurt.de" |
22.07.2014 | Zuwendung durch die GeAT Jena – mehr zu dieser besonderen Geldspende |
06.04.2022 | Lebensumwege SHG- Erfurt Neuanfang in der Eislebener Straße 3 |
10.10.2022 | Lebensumwege SHG- Erfurt – Thüringer Selbsthilfepreis |
27.12.2023 | Lebensumwege SHG- Erfurt – Beginn + Brief zur Neustrukturierung |
03.01.2024 | Lebensumwege SHG- Erfurt – Neustart nach Umstrukturierung |
18.11.2024 | Lebensumwege SHG- Erfurt – Beendigung meiner Gruppenleiterarbeit in Thüringen |
19.07.2025 | Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen – Homepage- Ersterstellung |
03.09.2025 | Gründungsveranstaltung der SHG Lebensumwege-Selbsthilfe-bei-Depressionen |
18.01.2026 | Etablierung es zusätzlchen Angebotes mit Einzel- und Beratungsgesprächen |
Diese Stationen zeigen, wie sich die Selbsthilfearbeit über die Jahre entwickelt, verändert und immer wieder neu ausgerichtet hat.
Hinter ihnen steht ein Weg, der von vielen mitgetragen wurde, immer wieder neue Anfänge möglich gemacht hat – und bis heute weitergeht.
Dieses Prinzip ist die Grundlage jeder Selbsthilfearbeit: Aus dem Ich wird ein Wir – und aus dem Wir wieder ein Ich.
Jeder bringt sein Wissen, seine Erfahrungen und seinen eigenen Weg mit ein – und nimmt zugleich aus der Gemeinschaft neue Impulse, Sichtweisen und Kraft für sich selbst mit.
So entsteht ein lebendiger Austausch, von dem alle lernen können.
Wir sind füreinander da und geben unser Erfahrungswissen weiter.
